Hochbeet selber bauen

Bei jeder Gartenplanung ist die Gestaltung der Beete ein wichtiger Bestandteil. Neben den herkömmlichen Flachbeeten erfreuen sich höher gestellte Beete mit festen Rahmenkonstruktionen einer immer größeren Beliebtheit. Diese Hochbeete haben gegenüber den Flachbeeten verschiedene Vorteile, so ist ein rückenschonendes Arbeiten in angenehmer Höhe möglich. Daneben ist auch kaum Unkraut vorhanden und Schädlinge, wie Schnecken oder Wühlmäuse kommen nur sehr schwer ins Beetinnere. Ein ausgeklügeltes Schichtsystem im Hochbeet schafft bestmögliche Bodenvoraussetzungen und es kann so das ganze Jahr genutzt werden. Der Boden ist locker, es sind viele Nährstoffe enthalten, so dass eine Düngung nicht notwendig ist. Die Pflanzen werden hier zum Selbstversorger. Sie wachsen im Prinzip auf einem Komposthaufen. Die erhöhte Lage der Pflanzen bietet diesen auch einen zusätzlichen Schutz. Da sich die Erde im Hochbeet schnell erwärmt, kann bereits im zeitigen Frühjahr mit dem Anbau von Blumen und Gemüse begonnen werden. Die Früchte reifen schneller, so ist dann auch schneller wieder Platz für die nächste Aussaat.

Aber auch die Erträge in einem Hochbeet fallen im Vergleich zu herkömmlichen Flachbeeten gleicher Größe zwei-bis dreimal höher aus. Der im Hochbeet entstehende Humus kann nach ein paar Jahren, dann im Garten genutzt werden.

Hochbeete sind gestalterisch flexibel in Form und Material. So machen auch spezielle Konstruktionen für Terrassen und Balkone ein Gärtnern in den Städten möglich.

Hochbeet bauen

Hochbeete lassen sich leicht und einfach selbst von Laien bauen. Die beste Zeit für den Bau eines Hochbeets ist der Herbst. Der Vorteil besteht hier, dass sich die Erde bis zum Frühjahr schön gesetzt hat und man kann noch gut ergänzen. Im Frühjahr hingegen hat man durch einen anfallenden Gehölzschnitt mehr Material zum Befüllen des Hochbeets.

Ein Hochbeet sollte immer kastenförmig, rechteckig sein. Es sollte dabei immer länger als breiter gebaut werden. Optimal ist eine Höhe von 80 bis 100 cm und eine Breite von
120 cm, so sind die Pflanzen dann auch gut erreichbar. Wichtig ist eine Nord-Süd-Ausrichtung, so erfolgt eine gute Ausnutzung der Sonnenstunden.

Hochbeete können selbst entworfen und gebaut werden, aber der Handel bietet sie auch als Bausatz an. Verwendung können unterschiedliche Materialien finden, beispielsweise Holz, Kunststoff, Edelstahl, Kokosmatten, Natursteine, Ziegel oder auch Gabionen.

Sehr beliebt sind Hochbeete aus Holz. Hier eignet sich am besten Lärche, Douglasie oder auch Weichhölzer wie Kiefer. Solche Hochbeete sollten immer auf Kantensteine gesetzt werden. Dadurch ist kein Kontakt zwischen Holzrahmen und Gartenerde möglich. Das Holz ist so vor aufsteigender Nässe geschützt und ganz nebenbei ist eine perfekte Mähkante vorhanden.

Bevor nun ein Hochbeet aus Holz aufgestellt wird, muss eine entsprechende Fläche abgemessen und der Boden 20 cm tief ausgehoben werden. Anschließend setzt man die Kantensteine und richtet die Eckposten aus und schlägt sie ein. Weiterhin sollten noch Pfosten zur Versteifung der Seitenwände Verwendung finden. Nun können dann die Bretter für die Seitenwände angeschraubt werden. Unter das erste Brett wird ein engmaschiges Drahtgitter festgeklemmt, bzw. angetackert. Dieses bietet Schutz vor Wühlmäusen und anderem Ungeziefer. Falls das Holz nicht imprägniert ist, wird es mit Holzfarbe gestrichen. Wichtig ist, dass das Hochbeet von innen mit Folie ausgekleidet wird. Diese schützt das Holz nicht nur vor Feuchtigkeit, sondern beugt auch einer Austrocknung des Beets vor. Anstelle von Folie können auch Styrorporplatten verwendet werden. Diese sind atmungsaktiv und haben gleichzeitig eine dämmende Funktion.
Nun kann das Beet dicht Schicht für Schicht befüllt werden.

Befüllen und Pflanzen

Ein Hochbeet wird mit mehreren unterschiedlichen Schichten befüllt. Das Füllgut wird nach oben hin immer feiner.

Auf das engmaschige Drahtgitter kommt eine 25 cm dicke Schicht aus groben Astverschnitt, Reisig, Laub und Wurzelstöcke, dadurch wird eine gute Durchlüftung des Beetes gewährleistet. Daneben kann aber auch das aufgeschichtete Material besser und schneller verrotten. Alles wird dann mit etwas Erde abgedeckt. Es können auch Tonscherben oder Kieselsteine mit Verwendung finden.

Danach folgt eine 10 bis 15 cm Schicht aus Häckselgut, dünnen Ästen, kleingeschnittenem Holz, Stroh und unbedruckte Pappe oder Karton (diese beschleunigt die Verrottung).
Nun kommt eine 10 bis 15 cm hohe Dungschicht oder grober Kompost. Diese Schicht besteht aus verrottetem Stallmist oder Dung, vor allem Pferdedung. Falls dies nicht möglich ist kann auch grober Kompost verwendet werden.

Es folgt jetzt eine 20 cm dicke Schicht aus Grobkompost und Erde. Die Mischung besteht aus groben Küchenabfällen und Erde. Wichtig ist, dass im Kompost keine Fleisch- und Fischabfälle enthalten sind.
Zum Schluss wird dann das Hochbeet bis zum Rand oder auch einige Zentimeter darüber mit nährstoffreicher Erde aufgefüllt.

Innerhalb eines Jahres senkt sich die Erdschicht im Beet um 10 bis 20 cm. Daher ist es notwendig, im Frühjahr regelmäßig Erde nachzufüllen. Nach 5 bis 7 Jahren sind die Nährstoffe im Hochbeet dann erschöpft. Es wird dann komplett entleert und neu befüllt.

Nun steht einer Aussaat oder dem Bepflanzen nichts mehr im Wege. Dabei sollten dann hohe Pflanzen in der Mitte postiert werden und niedrige am Rand. So bekommen alle gleichmäßig Licht.
Im ersten Jahr sind im Hochbeet sind viele Nährstoffe enthalten. Daher ist es ratsam Starkzehrer wie Kohl, Zucchini, Gurken, Tomaten, Sellerie, Möhren und Lauch zu pflanzen. In den folgenden Jahren dann Mittelzehrer und Schwachzehrer. Wichtig ist das Anlegen von Mischkulturen, Pflanzen die sich optimal ergänzen. Gut passen Salat und Kräuter (Schnittlauch, Kerbel, Dill) zusammen, aber auch Möhren, Lauch und Zwiebeln. Das Pflanzen von Kräutern zwischen dem Gemüse hält Schädlinge ab.

Durch den hohen Nährstoffgehalt im Beet kann Gemüse, beispielsweise Rosenkohl, Grünkohl, Lauch, Wirsing, Spinat bis in den Januar hinein kultiviert werden. Ein Vlies, eine Thermohaube oder eine Laubdecke bietet Schutz vor niedrigen Temperaturen.

Aufgrund der guten Belüftung trocknen Hochbeete schneller aus. Sie müssen stärker gegossen werden. Ein Vlies oder auch Grasmulch kann hier vor zu starker Austrocknung schützen.